Pflanzen

Löwenmäulchen: Pflege von Standort, Bewässerung, Düngung bis Schnitt

Löwenmäulchen Pflege

Herkunft und Verbreitung

Das Löwenmäulchen (Antirrhinum)wird heute in die Familie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae) eingeordnet. Das seit dem 15. Jahrhunderts bekannte Löwenmäulchen wurde ehemals der Familie der Braunwurzen (Scrophulariaceae) zugeordnet. Das Löwenmäulchen kommt in 21 Arten im westlichen Mittelmeeraum vor und in 15 Arten im Westen Nordamerikas. Diese unterschiedlichen Arten sind von den Wuchseigenschaften ähnlich, aber vermutlich durch Klimaveränderungen vor langer Zeit in ihrem eigenen Areal begrenzt worden. Im eher trockenen Mittelmeerraum wächst das Löwenmäulchen wild in Mauerritzen und Felsspalten.

Sorten und Farben

Das Löwenmäulchen wird als Bauerngarten- und Schnittblume gezüchtet und gehört zu den beliebtesten einjährigen Sommerblumen. Löwenmäulchen werden in unterschiedlichen Arten kultiviert von sehr kleinen (ca. 15-20 cm Wuchshöhe) bis zu einem Meter hoch wachsenden. Beinahe alle Farben sind vertreten, außer Blau. Auch Pastellfarben und Farbkombinationen lassen sich finden. Das Laub der Bauergartenblumen ist dunkelgrün und neben den auffälligen Blüten eher unscheinbar.

Standort

Als Mittelmeerpflanze liebt das Löwenmäulchen vollsonnige, nährstoffreiche Standorte und schützt sich mit einem ausgeprägten Wurzelgeflecht vor Trockenheit. Im lichten Halbschatten blüht es weniger üppig, wenn es nicht zu feucht ist, kommt es aber durchaus zurecht. Die Blätter der Pflanzen sollte nach einem Regen schnell abtrocknen können, deshalb solltest Du einen luftigen Standort wählen. Bei hohen Sorten ist es ausgesprochen wichtig, direkt bei der Pflanzung einen Stützstab aufzustellen, der die Pflanze vor dem Umknicken schützt. Löwenmäulchen sind recht anspruchslos und gedeihen sowohl in normaler Gartenerde, als auch in Pflanzerde im Kübel. Aber die üppigste Blüte und das gesündeste Wachstum zeigen sie in leicht saurem Substrat, welches Du leicht durch Untermischen von etwas Rhododendron-Erde erreichst.

Bewässerung

Löwenmäulchen verlangen Wassergaben nur bei langen Trockenperioden im Garten und natürlich im Kübel. Generell wird ein trockener Boden eher vertragen als zu viel Feuchtigkeit. Die dauerblühenden Sommerblumen möchten kein kalkhaltiges Wasser. Deshalb sollten die Pflanzen am besten mit Regenwasser gegossen werden.

Düngung

Löwenmäulchen haben eine sehr lange Blütezeit (von Juni bis Oktober). Um eine üppige Blüte zu garantieren, sollten die Beete vor der Aussaat oder Pflanzung gut mit Kompost vorbereitet werden. Solltest Du keinen Kompost zur Verfügung haben, ist ein organischer Langzeitdünger eine akzeptable Alternative. Ein regelmäßiges Ausputzen der abgeblühten Blüten fördert die Dauer der Blütezeit.

Schneiden

Das Entspitzen der jungen Pflanzen fördert ein buschiges Wachstum mit Seitentrieben und großer Blütenfülle. Sollten keine Samen für das nächste Jahr gewünscht werden, lohnt sich das Ausputzen der welken Blüten um eine Neubildung von Blüten anzuregen. Im Kübel ist es ratsam die Jungpflanzen zu entspitzen, da die Pflanzen dadurch weniger schnell umknicken und schön buschig wachsen.

Überwintern

Da Löwenmäulchen einjährige Sommerblumen sind, entfällt eine Überwinterung. Löwenmäulchen versamen sich gerne selbst, wenn sie sich an ihrem Standort wohlfühlen und somit sprießen ganz allein auch im nächsten Jahr Löwenmäulchenpflänzchen.

Vermehren

Es gibt 3 Möglichkeiten Jungpflanzen der beliebten Sommerblumen im eigenen Garten zu kultivieren.

  1. Aussaat Die einjährigen Sommerblumen müssen jedes Jahr neu ausgesät werden. Dazu werden im Januar/Februar die feinen Samen in eine Schale mit feuchter Anzuchterde gestreut und nur leicht angedrückt. Löwenmäulchen sind Lichtkeimer. Da sie auch Kaltkeimer sind, werden die eingesäten Schalen mit der Anzuchterde zunächst für einige Wochen in den Kühlschrank gestellt. Zum Keimen brauchen die Pflänzchen anschließend einen hellen, ca. 20 Grad warmen Raum. Zeigen sich die ersten Blättchen werden die Pflänzchen bei ca. 15 Grad weiter kultiviert. Die so abgehärteten kleinen Löwenmäulchen können ab Mitte April ins Beet oder in Kübel gesetzt werden. Danach auftretende, leichte Nachtfröste schaden den jungen Pflanzen nicht.
  2. Selbstaussaat Wenn sich Löwenmäulchen in Deinem Garten selbst aussäen dürfen, solltest Du einfach die welken Blüten an den Pflanzen lassen und Du kannst Dich jedes Jahr über neue Löwenmäulchenpflänzchen freuen. Die Pflänzchen, die überzählig sind, kannst Du entweder verpflanzen oder an einen Gartenfreund verschenken.
  3. Pflänzchen kaufen Wenn Du keinen Platz oder keine Zeit hast Löwenmäulchen selbst zu ziehen, kannst Du im Frühjahr kleine Pflanzen im Gartencenter oder auf dem Wochenmarkt kaufen. Mittlerweile gibt es auch viele Pflanzentauschbörsen, vielleicht kannst Du dort einige Exemplare ergattern.

Kombinationsparter

Diese wunderschönen Sommerblumen lassen sich in Staudenbeeten toll mit anderen Sommerblumen oder Stauden kombinieren. Rosa und weiße Schmuckkörbchen (Cosmos), gelbe und orange Studentenblumen (Tagetes), blauer Rittersporn (Delphinium) oder Glockenblumen (Campanula) sind farbenfrohe Kombinationspartner im sommerlichen Blumenbeet. Hohe Löwenmäulchen eignen sich hervorragend als Schnittblumen. Die niedrigen Sorten ergeben eine tolle Beeteinfassung im Staudengarten oder eine dauerblühende Kübelbepflanzung.

Schädlinge und Krankheiten

Löwenmäulchen sind robuste, farbenfrohe Dauerblüher, die am richtigen Standort sehr unempfindlich sind. An einem warmen, luftigen und sonnigen Standort kannst Du Dich den ganzen Sommer an den Blüten erfreuen. Folgende Krankheiten können den Löwenmäulchen jedoch zusetzen:

  • Löwenmaulrost, echter oder falscher Mehltau Diese Pilzkrankheiten entstehen vor allem, wenn die Pflanzen zu feucht stehen oder Feuchtigkeit nicht abtrocknen kann, weil die Pflanzen zu dicht stehen oder nicht genug Luft durchziehen kann. Pilzkrankheiten müssen mit einem Pilzbekämpfungsmittel behandelt werden, da der Befall ansonsten zum Tod der Wirtspflanze führt.
  • Blattläuse Blattläuse ernähren sich vom zuckerhaltigen Saft der Blattzellen. In der Folge vertrocknen Triebspitzen und im schlimmsten Fall geht die Pflanze ganz ein. Außerdem ziehen Blattläuse häufig Ameisen an. Mischkulturen haben sich bewährt um schädliche Insekten fern zu halten.
  • Wurzelfäule Löwenmäulchen reagieren sehr empfindlich auf zu nasse Böden und vor allem auf Staunässe. Hier gilt: Besser etwas zu wenig Wasser, als zu viel!