Pflanzen

Buschwindröschen: Pflege von Standort, Bewässerung, Düngung bis Schnitt

Buschwindröschen Pflege

Anemone nemorosa, das Buschwindröschen

Wie in jedem Frühling erfreut das Buschwindröschen (Anemone nemorosa) mit seinem weißen Blütenmeer die Augen der Waldspaziergänger. Den in Asien und Europa ansässigen Frühblüher trifft man besonders in Laub- und Nadelwäldern an. Als Anemonen-Art treibt das Buschwindröschen genau wie alle anderen Knollen- und Zwiebelgewächse im Frühjahr rasch aus. Im Frühsommer jedoch hat die Pflanze ihren Wachstumszyklus beendet. Dabei nutzt die Pflanze für ihre Wachstumszeit die Zeitspanne in welcher das Blattwerk der Bäume noch sehr viel Licht durchlassen.

Wie kam es zum Namen des Buschwindröschens?

Der Name dieser Gattungsart wird vom griechischen Wort „anemos“, die Bezeichnung für Wind abgeleitet. Dieser Begriff rührt von Theophrast und bezieht sich auf die Blütenblättchen, welche nur allzuleicht vom Wind verweht werden. Auch die deutsche Bezeichnung Buschwindröschen nimmt darauf Bezug. Der Arten- Name „nemorosa“ stammt aus dem Lateinischen und sagt aus, dass es sich bei der Pflanze um eine Waldpflanze handelt. Zu den weitläufig deutschen Bezeichnungen gehören unter anderem Bezeichnungen wie Waldhähnchen, Kuckucksblume, Wasserhähnchen, Schneeblume und Giftblume.

Geschichtliches

In früheren Zeiten benutzten die Bewohner Kamtschatkas den Anemonensaft der dort ansässigen Arten, um ihn als Gift für Jagdpfeile zu nutzen. In der Volksheilkunde wurde das frische Kraut bei Rheuma verwendet, was jedoch nicht selten zu Hautreizungen führte. Zur Behandlung von Warzen empfiehlt Hieronymus Bock die Weiß Aprillenblume für die Behandlung von Warzen.

Bestimmungsmerkmale

Das Buschwindröschen verfügt über weiße, zuweilen auch ins rosa übergehende , strahlenförmige Blüten mit sechs bis acht Blütenblättern. Die Blütezeit des Buschwindröschen ist von März bis April. In besonders milden Regionen erblüht die Pflanze auch schon im Februar. Im oberen Bereich des Stengels befinden sich je drei geteilte Hochblätter. Zudem trägt das Buschwindröschen noch ein, dem Hochblatt sehr ähnliches Grundblatt. Die weißen Blütensterne mit ihren gelblichen Staubgefäßen sind circa ein bis vier Zentimeter groß. Sie bestehen aus acht, in seltenen Fällen sogar zwölf Blütenblättern, welche sich nachts oder bei Regen schließen. Die Pflanze selbst wird zwischen fünfzehn und fünfundzwanzig Zentimeter hoch und bildet dabei kriechende und schlanke Rhizomwurzeln, aus welchen dann neue Triebe entstehen. Das dunkelgrüne Blattwerk der Pflanze ist tief eingeschnitten und zieht nach der Blüte ein. Alle Pflanzenteile dieser Staude sind giftig. Zu den verwandten Arten gehört beispielsweise das gelbe Windröschen (Anemone ranunculoides), das Berghähnlein (Anemone narcissiflora) und das große Windröschen (Anemone sylvestris). Das blaue Windröschen (Anemone apennina) und die Monte-Baldo-Anemone (Anemone blanda) sind häufig in Gärten und Parkanlagen anzutreffen, wo sie mit ihrer blauen Blütenpracht die Besucher erfreuen.

Das Kombinieren mit anderen Pflanzen

Eine Kombination aus Frühjahrsblühern vertreibt den grauen Winter und ist von daher bei den meisten Gärtnern sehr beliebt. Jedoch solltest Du bei der Pflanzung berücksichtigen, dass sich die Anemone nemorosa sehr gerne ausbreitet. Dieses Wuchsverhalten kannst Du Dir für die Gestaltung Deines Gartens nutzbar machen. Das Buschwindröschen eignet sich ideal zum Kombinieren von Krokussen, Winterlingen, Schlüsselblumen, Leberblümchen, Akeleien, Maiglöckchen, Märzenbecher, Frühlings-Anemonen und Duftveilchen.

Standort und Boden

Buschwindröschen benötigen als Waldpflanze besonders humusreichen, lockeren Boden. Am besten gedeihen sie auf kalkhaltigen Böden, gedeihen aber auch auf leicht saurer Erde. Besonders wichtig für ihr Wachstum ist eine gleichbleibende Bodenfeuchte und ein halbschattiger Standort unter großen Gehölzen wie beispielsweise eine Hecke. Hier kann es mit der Zeit dichte Blütenteppiche bilden. Die Pflanze wächst in Laubmischwäldern bis zu einer Höhe von eintausendneunhundert Metern. Die in ganz Europa verbreitete Pflanze wird von Spaziergängern leider immer wieder gepflückt, um dann irgendwann achtlos weggeworfen zu werden. Leider ist diese Unart jährlich aufs Neue zu beobachten. Gerade wegen ihrer Schönheit sollten die Pflanzen an ihrem natürlichen Standort bleiben, wo sie ihre ökologischen Aufgaben erfüllen können.

Giftstoffe

Die Giftstoffe sämtlicher Anemonen-Arten sind in etwa gleich. Die Pflanze enthält das Giftige Anemonin und Protoanemonin. Letzteres reizt als Gift überwiegend Haut und Schleimhäute, wobei es in den betroffenen Bereichen zu Rötungen und Blasenbildung kommen kann. Innerlich aufgenommen kann es zu Nierenentzündungen, Krämpfen und Verdauungsstörungen kommen.

Giftig für Tiere

Buschwindröschen gelten besonders giftig für Katzen, Hunde, Kaninchen, Hasen, Hamster, Meerschweinchen und Pferde. Hier können sie zu schweren Verdauungsstörungen führen und sogar Herz und Kreislauf beeinträchtigen.

Die Heilwirkung des Buschwindröschens

Früher kam die Pflanze bei Entzündung des Magens und bei Gelenkrheumatismus zur Anwendung. Auch heute findet die Pflanze in der Homöopathie noch Verwendung. Jedoch solltest Du auf keinen Fall eigene Experimente mit der Pflanze machen, da diese wirklich hochgiftig ist.

Sorten

Das Buschwindröschen ist als heimische Wildblume bekannt. Jedoch wissen nur die wenigsten, dass es von dieser Pflanze auch sehr viele abwechslungsreiche Gartenformen gibt. Da gibt es zum Beispiel das Blue Eyes, welches durch seine dichten Blüten und der tiefblauen Blütenmitte zu den auffälligsten Pflanzen gehört. Ebenfalls weiße, ausgefüllte Blüten trägt die Vestal-Pflanze. Im Vergleich zu Blue Eyes sind ihre Blütenblätter ähnlich einiger Pfingstrosensorten, allerdings unverkennbar kürzer, sodass mittig ein winziger Pompon entsprießt. Die Roninsoniana ist eine lila-blaue Farbvariante mit großen Blütenblättern. Vor einhundertdreißig Jahren in einem botanischen Garten von Oxford entdeckt, war diese Pflanze bereits um 1900 in Englands Gärten weit verbreitet. Auch bei dieser Pflanze ist der richtige Standort wichtig, da zu starkes UV-Licht die Farben verblassen lässt. Besonders intensiv zeigen sich die Blüten dieser Pflanze im Schatten.

Verwendung der Pflanze

Da Buschwindröschen rasch dichte Bestände bilden können, ist es ideal für die Bepflanzung größerer Flächen unter Gehölzen. Kombinieren lässt sich das Buschwindröschen am besten mit spät blühenden Schattenstauden wie Astilben oder Funkien, denn wenn das Buschwindröschen verblüht, können diese die verwelkten Blätter verdecken. Auch Kombinationsbepflanzungen mit anderen Frühblühern können sehr dekorativ sein, wie zum Beispiel ein Teppich aus Buschwindröschen, Blaustern und Winterling.

Pflanzen und Pflege

Das Buschwindröschen gehört zu den besonders anspruchslosen Pflanzen. Die Stauden solltest Du im Frühjahr während oder nach der Blüte in den Boden setzen. Im Herbst verteilst du etwas Mulch darauf, um die Humusbildung zu begünstigen. Im Frühjahr solltest Du dann kurz vor dem Austrieb zusätzlich eine Schicht Kompost auftragen. Jedoch solltest Du jegliche Bodenbearbeitung vermeiden, da Du ansonsten die empfindlichen Rhizome zerstören könntest. Rhizome sind ein sogenannter Erdspross, welcher als wurzelähnlicher und chlorophyllfreier Körper mal senkrecht, mal horizontal oder schräg im Boden wächst. Diese unterhalb der Erde befindlichen Sprosse werden als Rhizome beziehungsweise Wurzelstöcke bezeichnet. An den Spitzen dieser Rhizome befinden sich die Knospen, aus welchen dann die sichtbaren Sprossen austreiben. Die Wurzelstöcke des Buschwindröschens befinden sich circa drei Zentimeter, waagerecht unter der Erde. Der sichtbare Trieb entsteht wie bereits beschrieben an der Spitze des Sprosses. Gräbst Du den Wurzelstock im Herbst aus, kannst Du bereits zarte Triebe wie auch eine Knospe ausmachen, welche von einem Niederblatt überdeckt sind. Nach der Blütezeit kannst Du sehen, wie das Rhizom durch die Blüte verlängert wurde, während es am anderen Ende abgestorben ist. Auf diese Weise breitet sich die Pflanze immer weiter aus. Durch die Knospen bilden sich immer wieder Seitenzweige, welche für die Vermehrung sorgen. Da die robusten Buschwindröschen kurze Ausläufer treiben, entwickelt sich die Blütenpracht von Jahr zu Jahr immer mehr. Wird Dir diese Blütenpracht irgendwann zu groß, stichst Du einfach die Ränder an. Auf diese Weise kannst Du das Wachstum der Pflanze etwas in Zaum halten.

Schnitt

Da sich das Buschwindröschen unmittelbar nach der Blüte „einzieht“ musst Du es nicht zurückschneiden. Im Sommer sterben die sichtbaren Pflanzenteile ab. Dabei werden sie von anderen Pflanzen verdeckt und zu wertvollen Humus umgewandelt.

Krankheiten und Schädlinge

Eine der natürlichen Feinde des Buschwindröschens sind Schnecken. Aber auch Anemonenbecherlinge gehören zu den Pilzen, welche häufig die Rhizome befallen. Der Pilz benutzt die Pflanze als „Wirtspflanze“, wobei er dieser aber nur einen geringen Schaden zufügt. Auch die Blätter des Buschwindröschens sind für Rostpilze etwas anfällig.

Vermehrung des Buschwindröschens

Die Vermehrung dieser Pflanze gestaltet sich denkbar einfach. Am besten gelingt sie durch Teilen der Pflanzen. Hierzu stichst Du einfach Teile vom Pflanzenteppich ab und setzt sie am gewünschten Ort wieder ein. Die beste Zeit für die Vermehrung ist das Frühjahr unmittelbar nach der Blüte. Jedoch kannst Du die Pflanze auch im Herbst mit Hilfe von Wurzelschnittlingen vermehren. Dazu gräbst Du einige der Rhizome aus und schneidest sie in mehrere Teile. Dabei solltest Du unbedingt darauf achten, dass sich an jedem Teil austriebsfähige Knospen befinden. Die Teilstücke werden dann ihrem Wuchsverhalten entsprechend waagerecht eingepflanzt. Am einfachsten ist es jedoch immer noch, wenn Du die Pflanze sich selbst überlässt, sodass sie sich mit ihren langen Rhizomen mit der Zeit ganz alleine vermehrt.