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Blauregen: Pflege von Standort, Bewässerung, Düngung bis Schnitt

Blauregen Pflege

Blauregen: rankender Blütentraum

Der Blauregen beschenkt uns bereits zum ersten Frühlingsanbruch mit üppigen blauen Blüten, die auch mal meinen halben Meter lang werden können. Als Kletterpflanze ziert sie zahlreiche Hauswände und Terrassen. Heute gibt es viele verschiedene Sorten des chinesischen (Wisteria sinensis) und des japanischen Blauregens (Wisteria floribunda).

Die Blüte des japanischen Blauregen setzt etwas später ein. Die Blütenstände sind dafür noch zahlreicher. Anfang Juni wenn die letzten Blüten ausfallen, beginnt der Blauregen neu auszutreiben. Genießt der Blauregen eine passende Pflege, zeigt er sich mit einer zweiten Blüte ab Mitte August dankbar. Wir verraten Dir wie es geht.

Sorten in verschiedenen Farben

Selten wird der Blauregen auch Glycinie genannt. Auch wenn die Bezeichnung eigentlich falsch ist, findet man die Pflanze oft unter diesen Namen in Literatur und Handel. Die Sorten unterscheiden sich hauptsächlich in ihrer Blüte. Die Farben sind überwiegend blau oder weiß. Einige Arten bilden auch leicht violette Blüten aus.

Blauregen braucht viel Pflege

... und den richtigen Standort

Wie viele rankende Pflanzenarten, ist auch der Blauregen sehr wärmeliebend. Ein sonniger von Wind und Regen geschützter Standort eignet sich optimal. Halbschattige Plätze sind nicht zu empfehlen, denn dann bilden sich nur wenige Blüten. Frost ist zu vermeiden. Einmaliger Nachtfrost kann bereits zu einer Schädigung der Blütenknospen führen.

Die Kletterpflanze zählt zu den "Würgern" unter den Schlingpflanze. Das bedeutet sie ist in der Lage um Rohre (z.B.: auch Regenrinnen) zu ranken und diese mit der Zeit zu zerquetschen. Blauregen eignet sich auch für die Kultivierung in Töpfen. Direkt in den Erdboden gepflanzt, benötigt die Pfanze genug Platz zum Klettern. Einige Sorten können größer werden als 30 Meter. Hat der Blauregen die gewünschte Höhe erreicht sollte er waagerecht weiter gerankt werden, was zu noch mehr Blüten führt.

Boden

Blauregen hat deutlich weniger Ansprüche an den Boden als an den Standort. Normale Garten- oder Blumenerde ist ausreichend. In Topfkultur kann die Erde mit etwas Perlite gemischt werden um eine bessere Drainage zu gewährleisten. Der Topf sollte von Beginn an groß genug gewählt werden. 200 Liter werden wären zwar optimal sind aber nicht immer umsetzbar. Die Größe des Topfes kann die Endgröße der Pflanze limitieren. Ein späteres Umtopfen aufgrund der Größe wird nahezu unmöglich. Soll trotzdem umgetopft werden, bietet sich das mit dem Rückschnitt an.

Im Garten sollte ein Pflanzloch von einem halben Meter tiefe ausgehoben werden. Der Boden sollte nicht gekalkt aber gemulcht werden um die Feuchtigkeit besser zu halten. Bei Trockenheit wirft der Blauregen schnell seine Blüten und Knospen ab.

Dünger

Vor Beginn der Blüte im Frühjahr sollte ein Dünger reich an Kalium und Phosphor gegeben werden. Kalium und Phosphor wird für die Blütenbildung benötigt. Bei guter Nährstoffversorgung wachsen Blüten zahlreicher. Nach der Blüte kann etwas Langzeitdünger in den Boden eingearbeitet werden. Dieser sollte ein ausgewogenes Verhältnis aus Stickstoff, Kalium und Phosphor beinhalten.

Rückschnitt

Die Triebe müssen regelmäßig zurückgeschnitten werden damit der Blauregen nicht zu wild wächst. Ende August bis Mitte September sollten auch die Seitentriebe bis auf die dritte Blattachsel zurückgeschnitten werden. Im Boden ist der Blauregen winterhart. Nur die Blüten(knospen) können vom Frost geschädigt werden. Jungpflanzen sind empfindlicher und sollten mit Frostschutzfolie abgedeckt werden, bevor der Winter einbricht. Anders bei Kübelpflanzen, sie müssen überwintert werden. Vorbeugend kann der Kübel am Rand mit Styropor ausgekleidet werden.

Vermehrung

Die Vermehrung kann über Samen erfolgen. Bis die Jungpflanzen Blüten tragen vergehen aber mehrere Jahre. Steckling schlagen meist keine Wurzeln. Am besten erfolgt die Vermehrung über Absenker. Ein längerer Trieb wird zum Boden geführt und die Rinde leicht angeschnitten. Gräbt man diesen Trieb etwa 20cm in den Boden ein, bildet sich an der Schnittstelle eine neue Wurzel.

Schädlinge und Krankheiten

Blauregen ist eine sehr robuste Pflanze. Von Krankheiten wird sie eigentlich nie befallen. Ihr einzigen natürlichen Feinde sind Wühlmäuse. Wühlmäuse fressen die Wurzeln des Blauregens und können so größeren Schaden anrichten. Seltener wird die Kletterpflanze von Spinnmilben und Blattläusen befallen. In dem Fall empfiehlt sich ein organisches und systemisches Schädlingsbekämpfungsmittel wie Spruzit.

Blauregen mit anderen Kletterpflanzen kombinieren

Wenn Du Blauregen erst neu eingepflanzt hast, können Lücken im Gitter mit anderen Kletterpflanzen kombiniert werden. Einjährige Kletterpflanzen wie Prunkwinde, Duftwicke oder kletterndes Löwenmaul und Kapuzinerkresse eignen sich besonders. Sie nehmen dem Blauregen keinen Platz und er kann sich frei entfalten.

Kümmerlicher Wuchs? Kaum Blüten? Das ist die Ursache!

Blauregen wächst sehr schnell, sollte sich das Wachstum dennoch einstellen oder nur langsam voranschreiten ist die Ursache meistens zu wenig Licht oder Staunässe. Lässt die Blüte zu wünschen übrig, kann auch ein schlechter bzw. gar kein Rückschnitt der Grund sein. Im Zweifelsfall ist es nie zu spät die Schere anzusetzen.

Wenn sich gar keine Blüten bilden, ist die Pflanze noch zu jung. Erst nach einigen Jahren können sich Blüten entwickeln. Die Sorte "Amethyst Falls" blüht bereits nach ein bis drei Jahren.

Viele Sorten für viele Geschmäcker

Die Sorte "Honbeni" entfaltet seine Blütenpracht in zartem Rosa. "Murasaki Noda" hat die intensivste Farbe die ins violett reicht. "Shiro Noda" blüht dagegen in schlichtem weiß. Die Blütenansammlungen dieser Arten werden 40-60cm lang. "Macrobotrys" ist die größte Art des Blauregen. Die Blütentrauben können nahezu einen Meter groß werden und der Stamm einen halben Meter breit. Dagegen wirkt "Amethyst Falls" (auch: amerikanischer Blauregen) mit 10-15cm großen Blütenständen schon fast winzig.

Wie erkenne ich einen guten Blauregen?

Für die Kultur im deutschen Klima sollte zur einer veredelten Pflanze gegriffen werden. Das sind die meisten. Der Boden sollte humos sein, die Feuchtigkeit gut halten und nicht zu Staunässe neigen. Die Abstände zwischen Blattachseln sollten keinen handbreiten Abstand zueinander haben. Das deutet auf eine frühere Vergeilung hin.