Flamingoblume: Pflege von Standort, Bewässerung, Düngung bis Schnitt

Glänzendes Laub und auffällig gefärbte und geformte Blüten sind die Markenzeichen der Flamingoblumen. Als Zimmerpflanzen gibt es viele Variationen und alle besitzen einen hohen Zierwert. Mit der richtigen Pflege bringen sie dem Halter lange Freude.

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Herkunft und Verbreitung

Die ursprüngliche Heimat der Flamingoblumen sind die tropischen Regenwälder Mittel- und Südamerikas, genauer Kolumbien und Ecuador.

Dort wachsen sie als immergrüne Stauden und sogar aufsitzend (epiphytisch) unter Bäumen. Die große Gattung der Anthurien (Anthurium) umfasst mehr als 1.000 Arten. Botanisch zählen diese zur Familie der Aronstabgewächse (Araceae).

Sorten und Farben

Je nach Art erreichen die Exoten eine Wuchshöhe von 40 bis 100 cm und eine Wuchsbreite von 30 bis 60 cm. Dabei gedeihen diese immergrün und bilden große Horste aus.

Die großen, lang gestielten Blätter sind entweder lanzettlich oder länglich-herzartig geformt. Die vermeintlichen Blüten sind aus botanischer Sicht ebenfalls Blätter, die sogenannten Hüllblätter bzw. Hochblätter (Spadix). Ihre Form ist oval oder herzförmig und mit Ausbuchtungen versehen. Die Farben sind: Rot, Weiß, Hell- oder Dunkelrosa. Es gibt auch Blüten mit Mustern und Farbverläufen. Die Fruchtstände bestehen aus unauffälligen Beeren.

Die eigentlichen Blüten sind die zylindrischen Kolben (Spadix) in der Mitte des Hochblattes. Sie können die Farbe Gelb, Orange oder Rote tragen. Die Form ist meist gerade. Gebogene oder leicht gedrehte Exemplare besitzen den Spitznamen „Schweineschwänzchen „.

Die Kultivierungen als Zimmerpflanze begann schon im 18. Jahrhundert. Bei der heutigen Auswahl handelt es sich überwiegend um Anthurien-Arten:

Kleine Flamingoblume(Anthurium scherzerianum): Im Gegensatz zu den anderen Arten ist ihr Wuchs kleiner und die Hochblätter sind länglich. Sie besitzen keinen Glanz. Die Blütenfahne ist breit, elliptisch und nach hinten gebogen. Blütezeit ist von Mai bis Juni

Große Flamingoblume(Anthurium andreanum): Große herzförmige, dunkelgrüne Blätter mit einem starken Glanz. Blüht sie das ganze Jahr über

Zusätzlich gibt es Kreuzungen der zwei Arten.

Standort

Die exotischen Flamingoblumen bevorzugen einen hellen bis halbschattigen Standort. Keine direkte Sonneneinstrahlung und Zugluft. Die optimalen Zimmer- Temperaturen liegen zwischen 20 und 25° C.

Substrat

Das richtige Substrat ist locker, durchlässig und humos. Die Pflanzen vertragen keinen Kalk und brauchen einen mäßig sauren pH-Wert 4,5 und 5,5. Ratsam ist ein Gemisch aus je einem Drittel Sand, Laubkompost und Torf. Besser ist Bio-Universalerde ohne Torf oder Grün- oder Zimmerpflanzenerde.

Hydrokultur:

  • verwendet wird Blähton. Dieser gibt den Flamingoblumen Halt und versorgt sie ausreichend mit Sauerstoff
  • gegossen wird nach Wasserstandanzeiger. Sinkt der Wasserstand unter den Minimumstrich, muss gegossen werden
  • die Wurzeln holen sich die Nährstoffe aus der Nährlösung im Übertopf. Die Gefahr der Überdüngung sinkt

Kultivierung im Wasser:

  • die Wurzeln der Pflanze mit lauwarmem Wasser abspülen und alle Reste der Erde entfernen
  • in einen Behälter mit Wasser stellen. Die Wurzeln nur gerade mitkalkarmes Wasser bedecken
  • das Wasser im Abstand von 3 Wochen wechseln. Den Behälter säubern
  • für die Versorgung mit Nährstoffen, ab und zu einige Tropfen Dünger ins Wasser geben

Bei der Haltung im Wasser ist die hohe Luftfeuchtigkeit kein Problem mehr. Bei beiden Kultivierungen ist unbedingt ein spezieller Hydrokulturdünger mit allen essenziellen Nährstoffen zu verwenden.

Flamingoblume

Bewässerung

Flamingoblumen brauchen zimmerwarmes und kalkarmes Wasser. Geeignet ist abgekochtes oder destilliertes Wasser, auch Regenwasser. Staunässe ist zu vermeiden, da diese zu Wurzelfäule führt.

Gegossen wird, wenn das Substrat angetrocknet aber nicht vollständig ausgetrocknet ist. Staunässe ist zu vermeiden, da diese Wurzelfäule verursacht.

Düngen

Die Pflanze braucht nur mäßig Nahrung. In der Wachstumsphase über den Frühling und Sommer genügt alle zwei Wochen ein Schuss Flüssigdünger in halber Konzentration. Die Verabreichung erfolgt im Gießwasser. Im Winter wird die Nahrungsgabe eingeschränkt.

Gegen die Empfindlichkeit auf zu viel Salz hilft organische Grünpflanzennahrung. Dabei regen nützliche Mikroorganismen das Wurzelwachstum an und verbessern die Nährstoffversorgung.

Überwintern

Im Winter befinden sich Anthurium im Ruhemodus dagegen. Die Temperaturen liegen zwischen maximal 16 bis 18 ° C. Vor allem die Scherzerianum-Hybriden brauchen etwas Kältereiz für die Blütenbildung. Die Gießmenge ist zu reduzieren und der Wurzelballen leicht feucht zu halten.

Als Pflanzen aus dem Regenwald brauchen eine hohe Luftfeuchtigkeit. Erreicht wird das Klima durch einen Untersetzer mit Granulat und etwas Wasser oder durch regelmäßiges, „entferntes “ Einsprühen mit lauwarmen Wasser. Um lästige Flecken zu vermeiden, sollte der Sprühnebel aus kalkfreiem Wasser bestehen.

Da die Wachstumsphase erst wieder im Frühjahr beginnt, erfolgt die Düngung nur alle sechs bis acht Wochen.

Vermehren

Zwei oder mehrere Flamingoblumen erhöhen die dekorative Wirkung noch. Die Vermehrung geschieht am besten durch Teilung und Stecklinge:

1. Teilung alter Mutterpflanzen

Die beste Zeit zum Umtopfen ist im Frühjahr.

  • bewurzelte Seitensprossen oder Teilstücke vom Wurzelballen verwenden. Beim Teilen der Wurzel mit den Händen müssen alle Teile ausreichend Wurzeln und mindestens ein Blatt besitzen
  • die Tochterpflanzen in eigene Töpfe pflanzen
  • an einen hellen und warmen Platz stellen
  • das Substrat feucht halten. Um eine hohe Luftfeuchtigkeit zu erreichen, die über Pflanze und Topf eine Plastiktüte stülpen. Damit kein Schimmel entsteht, die Abdeckung regelmäßig lüften.

2. Bewurzelung von Stecklingen

  • nur kräftige udn gesunde Stiele auswählen. Diese mit einem scharfen und sauberen Messer an der Basis abschneiden
  • die unteren Blätter entfernen
  • die Stecklinge in ein Glas mit zimmerwarmen Wasser geben
  • an einen hellen und warmen Platz ohne direkte Sonne stellen
  • Wasser regelmäßig durch frisches ersetzen

Nach einigen Wochen bilden sich Wurzeln und die Jungpflanzen können in die Blumenerde.

Umtopfen

Junge Anthurien vertragen jedes Frühjahr zu Beginn der Wachstumsphase einen neuen Topf. Vor allem, wenn die Wurzeln bereits aus dem Ablaufloch des Topfes ragen, wird es höchste für ein größeres Gefäß und frisches Substrat. Vor dem Einpflanzen sind verbrauchte oder faule Wurzeln zu entfernen.

Ältere Flamingoblumen werden nur alle 3 bis 4 Jahre umgetopft. Dazwischen genügt meist der Austausch der oberen Substratschicht.

Tipp: Anthurien sind schwach giftig für Mensch und Tier. Bei Berührungen kann die Haut mit Reizungen reagieren. Insbesondere ist der Kontakt mit Schleimhäuten und Augen zu vermeiden.

Schneiden

Falls es notwendig wird, vertragen die Zimmerpflanzen einen Schnitt problemlos. Im Regelfall werden nur braune und verwelkte Blätter an der Basis entfernt.
Als Werkzeug und zum Schutz vor Krankheiten darf ausschließlich ein scharfes und absolut sauberen Messer Verwendung finden.

Kombinationsparter

Aufgrund des hohen Schmuckwertes wirken Flamingoblumen einzeln oder in Gruppe der gleichen Art sehr dekorativ.

In Kombination mit anderen Arten ist auf ähnliche Bedingungen zu achten. Dankbare Nachbarn sind Exoten wie: Calla, Forellenbegonie, Strelizie und Helikonie.

Schädlinge und Krankheiten

Mangelhafte Pflege lassen das Immunsystem schwächeln. Die Folge kann der Befall von Schädlingen und Krankheiten sein:

  • Spinnmilben: Zu sehen sind feine Gespinste vor allem an den Blattachseln und Knospen. Außerdem verfärben sich die Blätter braun
  • Wollläuse: Dicke, flauschige Läuse saugen an den Blättern. Es entstehen helle Flecken
  • Blattfleckenkrankheit: Die Blätter bekommen Flecken, welken und fallen ab

Die Bekämpfung erfolgt meist durch ein chemisches Gegenmittel aus dem Blumenhandel. Steht der Befall noch am Anfang, kann auch das Besprühen einer Lauge aus Seife mit eimem Schuss Spiritus schon helfen.

Pflanze kaufen

Flamingoblumen sind in jedem anspruchsvollen Gartenhandel und online-Handel für Zimmerpflanzen erhältlich. Beim Kauf im Laden im Winter brauchen die Exoten einen Kälteschutz aus Papier.

Vitale Pflanzen zeigen einen aufrechten Wuchs mit gesunden Blättern und Blüten.Zu beachten sind saubere, schadlose Anteile. Sind Flecken, Gespinste, klebrige Stellen oder Gerüche zu merken, handelt es sich um ein vernachlässigtes Exemplar.