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Lebende Steine: Vorstellung und Pflege der besonderen Pflanze

Lebende Steine

Lebende Steine: Vorstellung und Pflege der Pflanzen

Lebende Steine – Die kleinen Wunder der Natur

Von einem englischen Botaniker wurden die Lithops bereits im 18. Jahrhundert entdeckt. Ursprünglich stammt diese Pflanzenart aus Südafrika und ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich bis Namibia und Botswana. In Deutschland werden diese Pflanzen auch als „lebende Steine“ bezeichnet, da sie manchmal mit dem bloßen Auge von diesen kaum zu unterscheiden sind.

Sie zählen zu der Gattung der Mittagsblumengewächse. Die zwei vorhandenen dicken Blätter haben in der Regel einen Durchmesser von etwa 5 cm. Genau in der Mitte des Schlitzes wächst zwischen den beiden fleischigen Teilen die Blüte empor, die vom Sommer bis in den Herbst ihre volle gelbe Blütenpracht entfaltet. In seltenen Fällen sind andere Farben wie orange, pink, weiß oder rosa möglich.

Die lebenden Steine benötigen einen sonnigen Platz, da sie sich bei warmen Temperaturen und genügend Licht prächtig entwickeln können. Daher kannst du sie im Sommer ohne Bedenken nach draußen ins Freie stellen. Vor starkem Regen sollten sie auf jeden Fall an einem geschützten Platz verschont bleiben.

Das Einpflanzen und die Bewässerung

Bei der Bepflanzung in einem Blumentopf ist darauf zu achten, dass dieser groß und vor allem tief genug ist, da die Pfahlwurzel ausreichend Platz benötigen. Vorhandene Löcher im Topfboden oder eine selbst hergestellte Drainage aus Tonscherben am Boden vermeiden die schädliche Staunässe, die diese Pflanzen absolut nicht mögen.

Die handelsübliche Blumenerde ist für die Lithops nicht geeignet, da sie meist zu viel Torf und andere organische Anteile enthält. Hier sollte auf ein Substrat mit hohem mineralischen Wert aus dem Fachhandel verwendet werden. Bei eigener Herstellung ist auch eine Mischung aus Erde und Sand für ihre Kultivierung möglich.

Bei der Bewässerung ist darauf zu achten, dass die Pflanzen das Wasser sehr gut speichern können. Daher sind sie nur sehr sparsam zu gießen. Sie können ohne Probleme längere Trockenperioden überstehen, dagegen bedeutet zu viel Wasser meist das sichere Absterben der Sukkulenten. Während ihrer Wachstumsphase von Frühling bis Herbst genügt gerade so viel Wasser, dass die Erde leicht feucht ist und die Oberschicht immer gut trocknen kann.

Ein geeignetes Überwintern für Lithops

In den Wintermonaten brauchen die lebenden Steine kein Wasser, da sie aus ihren alten Blättern den Wasserbedarf komplett selbst abdecken. Während dieser Zeit werden aber auch die alten Blätter durch junge nachwachsende Blätter ersetzt. Erst wenn sich die neuen Blätter fertig ausgebildet haben, sollte mit dem Düngen der Pflanze begonnen werden.

Bei Temperaturen ab 10 Grad Celsius und darunter, ist es empfehlenswert, die Pflanzen zum Überwintern wieder ins Haus zu holen. Hier benötigen die lebenden Steine einen helles und verhältnismäßig kühles Quartier für den Winter. Ein Platz auf der Fensterbank über einem Heizkörper ist daher absolut ungeeignet. Bei ausreichendem Lichteinfall sind hier der Dachboden oder die Diele durchaus geeignet.

Die eigene Zucht von lebenden Steinen

Die Aussaat der Pflanzen lässt sich recht einfach bewerkstelligen. Einige Jahre erhalten die Samen ihre Keimfähigkeit, sofern sie in der Samenkapsel aufbewahrt werden. Im Fachhandel steht mit den entsprechenden Samen eine große Auswahl an verschiedenen Sorten zur Verfügung. Bei der eigenen Zucht aus Samen, kann es im Anschluss einige Jahre dauern, bis diese Sukkulente das erste Mal eine Blüte hervorbringen.

Für eine Aussaat im Freien eignet sich die Frühlings- und die Herbstzeit, sofern die Temperaturen über 20 Grad liegen. In der Wohnung bietet eine Temperatur von 15 bis 20 Grad eine gute Voraussetzung für die Zucht. Daher ist die Aussaat innerhalb der Wohnung meist ganzjährig möglich.

Die Anzuchterde sollte mit einem Viertel Sand gut vermischt werden und darf nicht zu grob sein, damit die Samen nicht zu tief in die Erde fallen können. Dann wird die Mischung mit einem Wasserzerstäuber leicht angefeuchtet und die Samen darüber verteilt. Die Pflanzen keimen am besten bei Licht, daher sollte die Saat nicht zugedeckt werden.

Nach der Keimdauer von etwa 5 bis 20 Tagen kann zur Erhöhung der Luftfeuchtigkeit als Abdeckung Glas oder Plastikfolie verwendet werden. Diese muss jedoch mindestens einmal täglich zum Lüften entfernt werden, um Schimmelbildung zu vermeiden.

Vermehrung der Sukkulenten

Das Vermehren durch Teilung der Sukkulenten gestaltet sich ebenfalls nicht kompliziert. Die Nebensprosse, auch Kindel genannt, lässt sich leicht abtrennen und wird dann in kleine Blumentöpfe eingesetzt. Die kleinen Ableger erhalten dann die gleiche Pflege wie die großen Pflanzen.

Die Wurzelbildung vollzieht sich relativ schnell und es wächst ein neuer lebender Stein.

Ebenso kann man eine neue Pflanze durch ein einzelnes abgetrenntes Blatt gewinnen. Dieses sollte für einige Tage liegen, bis die Schnittfläche leicht getrocknet ist. In diesem Zustand wird es dann einfach in die Erde gesteckt.

Zahlreiche Pflanzengattungen zählen zu den Sukkulenten. Aufgrund der verschiedenen Variationen, sind sie für manchen Hobbygärtner auch beliebte Sammelobjekte.

Durch ihre unterschiedlichen Formen, die sich mal zackig oder auch weich fließend darstellen, werden sie an sich schon zu kleinen Kunstwerken. Noch beeindruckender wirken sie, wenn sie in Gruppen arrangiert werden.

Die häufigsten Schädlinge der Lithops

Wenn die Pflanzen während der Sommerzeit im Freien stehen, besteht häufig die Gefahr, dass sie von fressenden Feinden heimgesucht werden. Mäuse und auch Nacktschnecken zählen zu den größten Gegnern und können eine Pflanze in nur einer Nacht komplett auffressen.

Aber auch Spinnmilben, Woll- und Wurzelläuse können großen Schaden anrichten. Die Spinnmilben sind einfach mit Wasser zu entfernen, die Wollläuse hingegen müssen mechanisch beseitigt werden und die Wurzelläuse können nur durch das gründliche Abspülen der Wurzel bekämpft werden.

Die Lithops können dann wieder, am besten in einer frischen Erd-Sand-Mischung, neu eingesetzt werden. Alte und vertrocknete Blatthüllen sind immer zügig zu entfernen, da sie ansonsten als Nahrung erneut Schädlinge anlocken können.

Wunderschöne Dekorationen mit lebenden Steinen

Diese besonderen Pflanzen faszinieren durch ihre Schönheit und jede einzelne wirkt optisch wie ein kleines Wunder der Natur. Sie können je nach dem Geschmack des Hobbygärtners miteinander kombiniert werden oder auch als Einzelstück glänzen.

Da diese Sukkulenten absolute Überlebenskünstler sind, macht sie das auch zur idealen Dekoration in den Wohnbereichen der Menschen, die wenig Zeit für ein grünes Hobby haben. Ob in Regalen, auf dem Couchtisch oder als Kranzgebilde auf dem Sideboard – sie bieten immer einen wunderschöne Anblick. Auch für Freunde oder Gastgeber sind sie als kleines Geschenk immer gerne gesehen.