Blaustern: Pflege von Standort, Bewässerung, Düngung bis Schnitt

Blaustern Pflanze

Blausterne (Scilla) sind kleine Frühjahrsblüher, die jedes Jahr verlässlich ihre hübschen Blüten öffnen. Je nach Bedarf wachsen sie im Topf, Blumenkasten, Beet und Steingarten. Werden die Blumen sich selbst überlassen, wildern sie aus und bilden bezaubernde Blumenteppiche. Nebenbei bieten sie wichtige Nahrung für zahlreiche Insekten.

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Herkunft und Verbreitung

Die Herkunft der wichtigsten Blausterne liegt in Europa, Asien und Afrika. Die Zweiblättrige Art (Scilla bifolia) kommt aus Frankreich, Italien, Süd- und Mitteldeutschland. Das Spanische Hasenglöckchen (Scilla hispanica) wächst ausschließlich in aus Spanien. Die Art Scilla siberica stammt nicht aus Sibirien, sondern aus dem Süden Russlands, dem Kaukasus und der Türkei bis Syrien. Der Mischtschenko-Blaustern (Scilla mischtschenkoana) hat sein Verbreitungsgebiet im Süd-Transkaukasien und im Nordwesten des Iran.

Sorten und Farben

Insgesamt gibt es etwa 80 Arten der Gattung Blaustern (Scilla). Sie sind alle sehr robust und pflegeleichte Zwiebelpflanzen. Botanisch gehören sie zur Familie der Spargelgewächse (Asparagaceae) und zur Unterfamilie Scilloideae. Die sichtliche Wachstumsphase beginnt im frühen Frühjahr ab Februar. Dann treiben die kleinen Blumen grundständige Blätter mit Blütenstielen aus und erreichen eine Wuchshöhe von etwa 15 cm.

Die Blütezeit liegt je nach den klimatischen Bedingungen zwischen Februar und Juni. Zu sehen sind traubige Blütenstände mit einer oder mehreren glockenförmigen Blüten. Die Farben sind überwiegend Blau, aber es gibt auch weiße, rosarote und purpurne Sorten.

Nach der Befruchtung entstehen kleine Kapselfrüchte mit kugeligen Samen. Brechen diese auf, fallen die Samen auf den Boden und keimen. Nach der Samenreife sterben die oberirdischen Pflanzenteile ab, aber die Zwiebel bleibt erhalten und treibt im Folgejahr erneut aus.

In Innenräumen blühen Scillas nur im ersten Jahr. Damit sie sich weiterentwickeln, müssen sie ins Freiland. Im Herbst ziehen sie dann ein und erscheinen erneut im darauffolgenden Frühjahr.

Kombinationspartner

Die geeigneten Kombinationspartner von Blausternen sind andere Frühblüher, beispielsweise Schneeglöckchen, Elfen-Krokus, kleine Tulpen und kleinblütige Narzissen. Wer eine Wiese erblühen lassen will, greift zur Zweiblättrigen Scilla. Dann entsteht bald ein blauer Blumenteppich.

Aber auch Gehölze wie Flieder, Deutzien oder Zierkirschen passen gut zu Blausternen.

Pflanzen

Die Pflanzzeit von Blausternen ist von Oktober bis November. Die Zwiebeln werden mit dem Wurzelende nach unten in einer Tiefe von 8 bis 10 cm gesetzt. Der Abstand untereinander beträgt 5 bis 10 cm.

Vorgetriebene Exemplare sind wunderschöne Frühlingsboten in Töpfen, Schalen und Blumenkästen auf Balkon, Terrasse und im Zimmer. Nach der Blüte sollten sie ins Freilandbeet.

Standort und Substrat

Der optimale Standort befindet sich im Halbschatten. Das optimale Substrat ist gut durchlässig, humos und gleichmäßig feucht.

Der Boden darf für eine gute Wurzelbildung nicht zu sandig sein. Dagegen benötigt ein schwerer Lehmboden eine Drainage aus Sand. Staunässe ist zu vermeiden, da die Wurzeln rasch faulen und sich Pilzkrankheiten ausbreiten können.

Bewässerung

Während der Blütezeit brauchen die Blausterne einen stets feuchten, aber nicht zu nassen Boden.

Zum Ende der Blütezeit ist weniger Wasser notwendig und die Menge sollte stetig reduziert werden. Im Winter kann die Bewässerung ausbleiben.

Düngung

In der Regel benötigten vorgetriebene Blausternchen in Gefäßen keine Düngung. Die Nährstoffe in einer hochwertigen Blumenerde reichen vollkommen aus. Bei einer Kultivierung im Balkonkasten ist alle 14 Tage ein Flüssigdünger bis zum Ende der Blütezeit zu geben.

Falls der Boden im Freiland sehr karg ist, können die Blumenzwiebeln im Herbst mit speziellem Nahrung versorgt werden. Der Dünger steigert die Bodenaktivität und hilft den Zwiebeln beim Start in ein gesundes Wachstum. Auch eine Düngung mit Kompost im Herbst ist möglich.

Schneiden

Wer Selbstaussaat und Wildwuchs verhindern will, schneidet die verwelkten Blütenstände knapp über den Blättern ab. Dann leitet die Pflanze auch keine Energie mehr in das Wachstum der Kapselfrüchte, sondern in die restlichen Pflanzenanteile.

Wichtig: Die grünen Blätter müssen unbedingt so lange stehen bleiben, bis diese vollständig vergilbt sind. Die Zwiebel brauchen die enthaltenen Nährstoffe und speichert diese ein. Auf diese Weise hat sie ausreichend Vorrat für die nächste Blüte.

Überwintern

Blausterne gelten als winterhart und brauchen keine Beachtung während des Winters. Ist der Winter ungewöhnlich hart, vertragen noch junge Pflanzen eine Abdeckung aus Laub.

Die eingetopften Zwiebeln brauchen Temperaturen unter 10 °C. Sobald sich Blütenknospen ausbilden, vertragen diese auch Temperaturen bis zu 15 °C. Allerdings verkürzt mehr Wärme die Blütezeit der Pflanzen. Bleiben die Zwiebeln über dem Winter im Gefäß, ist ein Wintermantel aus Jute oder Noppenfolie und einen Standplatz auf Holz vor einer Südwand einzuplanen.

Vermehren

Scillas säen sich selbst aus. Dabei werden sie von Ameisen unterstützt. Eine manuelle Vermehrung erfolgt durch Aussaat der Kapselsamen oder Setzen von Brutzwiebeln bzw. Tochterzwiebeln. Die Vermehrung über Brutzwiebeln geht so:

  • warten bis die oberirdischen Pflanzenteile verwelkt sind
  • Mutterzwiebeln ausgraben und kleinere Tochterzwiebeln entnehmen
  • Tochterzwiebeln an einem anderen Platz eingraben

Umtopfen

Topf-Zwiebeln werden im Oktober oder November gepflanzt. So geht’s:

  • mehrere Zwiebeln knapp unter die Erdoberfläche pflanzen
  • die Zwiebeln so dicht als möglich nebeneinandersetzen. Sie dürfen sich aber nicht berühren
  • die Erde feucht halten
  • das Pflanzgefäß an einen kühlen und dunklen Platz (Keller, Garage, Schrank auf der Terrasse/Balkon) stellen.

Scilla-Zwibeln brauchen einen dunklen und kühlen Standort, um zu wurzeln. Erst dann können die oberirdischen Pflanzenteile austreiben.

Schädlinge und Krankheiten

Blausterne gelten als äußerst widerstandsfähig gegen Schädlingen und Krankheiten. In der Regel treten nur Probleme auf, wenn der Standort dauerhaft zu nass ist.

Die Folgen sind Wurzelfäule und Pilzkrankheiten. Auch ein schwacher Austrieb ohne Blüte ist ein Hinweis auf mangelhafte Pflege. Bei einer erfolgreichen Behandlung müssen die befallenen Anteile entfernt und die Pflege verbessert werden.

Blausterne kaufen

Hier eine kleine Auswahl der schönsten Sorten:

Scilla siberica: Zauberhafte nach unten hängende, blaue Blütenglöckchen mit einem dunkleren Mittelstreifen. Blüht von April bis Mai. Wird 10 bis 20 cm hoch

Scilla biflora „Rosea “: Sternförmige, kronblättrige Blüten in rosarot und zur Mitte hin weiß. Blüht von März bis Apri. Wird 8 bis 10 cm hoch

Scilla biflora: Öffnet blauviolette Blüten. Trägt bis zu zwölf Blüten pro Blütentraube. Wird 8 bis 10 cm hoch

Scilla biflora „Alba “: Blüht in reinem Weiß von Februar bis März. Ist zweiblätttrig. Wird 5 bis 10 cm hoch

Scilla siberica „Alba “: Besitzt zierliche, weiße Blüten von Februar bis März. Ist zweiblättrig. Wird 5 bis 10 cm hoch

Scilla mischtschenkoana: Blüht in silbrig-hellgrau schimmerndem Blauton. Blüht von März bis April. Wird 10 bis 15 cm hoch

Damit die kleinen Zwiebeln nicht austrocknen oder gar treiben, sollten sie direkt nach dem Kauf in die Erde.

Übrigens: Bei der Handhabung von Blausternen ist die Giftigkeit zu beachten. Das gilt für Menschen ebenso wie für Tiere. Dafür verantwortlich sind die enthaltenen Saponine. Diese können bei Hautkontakt entzündliche Reaktionen hervorrufen. Beim Verzehr von Pflanzenanteilen reagiert der Körper mit Vergiftungserscheinungen wie Übelkeit, Erbrechen bis hin zu Herzrhythmusstörungen.